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Schitour Gran Paradiso

Jawoll, endlich war es soweit – der Gran Paradiso im Aostatal als meine erste 4.000-er Schitour war fällig. Der Luki hat sich ja schon vor einigen Monaten die Arbeit gemacht, die Hütte für uns zu reservieren – das war schon gar nicht so einfach, weil erst für soviel Leute ein Termin gefunden werden muss – aber es hat perfekt funktioniert.

Mit auf der Bergsteigerei waren somit: Luki, Mike, Flo, Helli, Evi und ich – am Freitag sind wir sehr zeitig in der Früh aufgebrochen ins schöne Aostatal – die Fahrerei hat der Flo und der Helli übernommen, Dank & Anerkennung dafür, die Strecke ist nämlich respektabel, man fährt immerhin insgesamt fast 1.200 Kilometer.

Die Fahrt nach Pont war bis auf einen Stau bei Mailand und der verzweifelten Suche nach dem Einstieg ins Valsevarenche problemlos, zusätzlich habe ich einen Abschnitt der Mailänder Autobahn gekauft ;-)

Von Pont geht man zuerst einer Loipe entlang ins Tal hinein und bricht dann bald nach links in Richtung Rifugio Vittorio Emanuele weg – ebenfalls weggebrochen ist unsere frohe Laune als wir den steilen Restfirnhang als Einstiegsschlüsselstelle gesehen haben.

Es ging dort gleich richtig streng zur Sache, sehr steil und sehr mühsam, bald mussten die Bretter geschultert werden und mit der “Wolke” am Rücken am Sommerweg mehr zu Fuß aufgestiegen werden. Die Evi wäre bei dem Steilaufstieg bald der Schwerkraft gefolgt, wir konnten sie aber noch rechtzeitig retten.

Irgendwann haben wir dann doch die Emanuele Hütte erreicht und eine leichte Entspannung machte sich breit – das Wetter war ausgezeichnet, wir hatten sogar ein 6-er Zimmer für uns alleine ergattert und auch das Birra Moretti war nicht überteuert.

Hüttenruhe war um 22:00 Uhr angesagt, nach ausreichendem Abendessen und noch mehreren Birras haben wir uns dann ins Lager geschmissen.

Trotzdem keine expliziten Schnarcher dabei waren hat mehr oder weniger jeder von uns sehr schlecht geschlafen, die Evi aufgrund unserer Winde, die Burschen aufgrund des ob der Höhe von 2.700 Meter stark erhöhten Pulses – die Pumpen hat sich irgendwie nicht gscheit akklimatisiert, wir waren dann alle ganz froh, als wir um “half past 6″ alias “halb 6e” aus den Federn kamen. Eher nüchternes Frühstücken und danach das mühsame Zusammenpacken der Sieben-Zwetschken war angesagt – auf der Hütte war natürlich zu dieser Zeit schon die Hölle los, alle wollten den Gipfelsturm antreten und waren nervös.

Wir folgten noch im Dunkeln mit Stirnlampen den ersten Vorsteigern, die ersten steileren Hänge gingen noch recht flott. Bald hat uns eine größere Gruppe eingeholt und wir haben uns an den Westalpenschritt angehängt.

Je weiter man nach oben kam, umso unangenehmer wurde der Höhensturm, auf geschätzen 3.500 Metern hat es dann schon sehr gscheit geblasen, auch hat sich die Sonne noch nicht blicken lassen, eine Wolke hat sich vor die Sonne manövriert. Trotz meiner Handschuhe hat sich die Evi die Finger nicht derwärmt und ziemlich gelitten, aber es war eigentlich eh jedem gscheit zu kalt. Der letzte Hang hinauf zum flacheren Gletscher knapp vor dem Schidepot hat dann fast alle zum Ausräumen der Wolke gezwungen, wer konnte, hat auf die Harscheisen umgerüstet.

Die Sonne hat sich dann durchgesetzt und es wurde etwas angenehmer, lediglich die Luft fehlt logischerweise – ich hab’ sehr oft rasten müssen.

Vom Schidepot sind wir in wenigen Schritten mit Steigeisen bewaffnet hinüber zum Gipfel mit der Madonna, aufgrund Unmengen an Italienern, die den II-ten Grad nicht sauber beherrschen, war so ein Mörderstau vor dem Gipfel, dass wir beschlossen haben, die Madonna nicht zu küssen – wir hätten sonst nochmals in der Kälte eine Stunde warten müssen.

Nach Unmengen an Fotos machten wir uns an die Abfahrt, die war im oberen Teil sehr hart, auch im unteren Teil war der Schnee nicht einfach, von einer Traum-Firn-Abfahrt ala Ruderhofspitze keine Spur.

Bis wir am Rifugio eingetroffen sind, ist die Kondition schon auf Resterlniveau zusammengefallen gewesen – aber eh logisch bei der Höhe und dem Gewicht am Buckel.

Endlich war Ausrasten angesagt, aber nur kurz – Luki war nervös, ob die Abfahrt bzw. Absteigerei über den Sommerweg sinnvoll machbar ist – der Hüttenwirt hat uns dann zu einem neuerlichen Anstieg von ca. 25 Minuten geraten – ja, jetzt sind einige Gesichter sehr lang geworden ;-)

Irgendwann haben wir uns dann alle geistig damit abgefunden, dass wir bei einer Affenhitze nochmals aufsteigen müssen, das war zwar nicht gerade suprig aber derpackt haben wir es eh alle. Bis man dann im Tal ist geht nochmals viel Zeit drauf, der Schnee war fast zu keiner Zeit leicht zu fahren – wirklich anstrengend.

Knapp vor dem Erreichen des Parkplatzes haben wir uns dann nochmals den “Galgen” angeschaut, wo wir am Tag zuvor so mühsam hinaufgekrochen sind, wirklich hart bei so wenig Schnee.

Nach ein wenig Katzenwäsche am Parkplatz sind wir dann recht bald wieder in die Heimat aufgebrochen, mit mehreren Espressi hat der Helli noch eine flotte Pizza in Desenzano aufgetrieben, wir waren zwar schon eingermaßen geschlaucht aber so ganz ohne Essen hätten wir es nicht ins Wipptal geschafft.

Zusammenfassung + Zeiten:
Fahrt nach Pont: ca. 6 – 7 Stunden
Aufstieg Rifugio Vittorio Emanuele: ca. 3 Stunden
Aufstieg Gran Paradiso: ca. 4,5 Stunden

Insgesamt ist also für den “am leichtesten zu ersteigenden 4.000er” auch genug Saft und Kraft erforderlich zumal man mit schwerem Gepäck unterwegs ist.

Dank und Anerkennung:
Luki für die perfekte Organisation + Seil tragen
Flo & Helli für die Fahrerei + Seil tragen
Mike für das Seil tragen
Evi für die Dopingmittel + optischen Aufputz für uns schiache Haberer

Ein bissl gefilmt haben wir auch, sorry für das dramatische Wackeln, es war einfach zu kalt zum stillhalten.

Alle Fotos von Flo, Helli und mir habe ich auf Flickr gestellt – sind natürlich wie immer super geworden.

2 Comments

  1. lukas k

    hey danke, sehr gut gelungen und wirklich super photos und auch schönes video und ja ich werd die uhr schon noch lernen ;)

  2. Evi

    gewaltig wars jungs! ;) nextes jahr auf ein neues tat i sagn – da pack ma dann aber was richtung 5000er :P

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